Das Objekt des Monats




Das Deutsche Technikmuseum zeigt im Foyer jeden Monat neu ein ausgewähltes Exponat.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des DTM.

In diesem Monat können Sie das folgende Exponat sehen:


Gropius-Adler, Schreibtischmodell, um 1932
© SDTB / Foto: C. Kirchner

Gropius-Adler, Schreibtischmodell, um 1932

Das Schreibtischmodell des Berliner Schilderfabrikanten Lücker diente als Werbegeschenk der Frankfurter Adler-Werke, damals ein bedeutender Hersteller von Büromaschinen, Fahrrädern und Automobilen. Die Form entspricht dem 1932 eingeführten und damals modern anmutenden Firmenlogo, das der Architekt Walter Gropius entworfen hatte.
Gropius, der 1919 in Weimar die Kunstschule Bauhaus gegründet hatte, stand für eine sachlich-funktionale Architektur und ein entsprechendes Design von Alltagsgegenständen. Das neue Logo brach mit dem bis dato traditionell gestalteten Firmenemblem und zeichnete sich durch eine vereinfachte, gradlinige Form aus. Hundert Jahre nach der Bauhaus-Gründung sind diese Formelemente noch heute prägend für modernes Design. Ab 1929 entwarf Gropius für Adler auch Auto-Karosserien, deren Grundform aber nur wenig von herkömmlichen Fahrzeugen abwich. Zum Verkaufserfolg entwickelten sich die Modelle während der Weltwirtschaftskrise jedoch nicht: Es entstanden nur zwei Limousinen und gut 20 Cabrios.
Der Gropius-Adler blieb im „Dritten Reich“ das Markenzeichen Adlers, obwohl das Bauhaus und seine Vertreter als „jüdisch“ und „bolschewistisch“ verfolgt wurden. Die Form passte zur teils modernen Ästhetik und Symbolik des Nationalsozialismus, etwa zum Parteiadler der NSDAP, der ab 1935 als Reichsadler offizielles Staatswappen wurde. Nach dem Krieg verwendete Adler das Logo für Motorräder und Büromaschinen – Autos fertigte das Unternehmen nicht mehr. 1958 verschwand der Gropius-Adler schließlich vom Markt, nachdem der Hauptaktionär Grundig die Fusion der Adler-Werke mit den Triumph-Werken veranlasste.