Das Objekt des Monats




Das Deutsche Technikmuseum zeigt im Foyer jeden Monat neu ein ausgewähltes Exponat.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des DTM.

In diesem Monat können Sie das folgende Exponat sehen:


Berliner Ansichtskarte, 1907
© SDTB / Foto: C. Kirchner

Berliner Ansichtskarte, 1907

Die Postkarte feiert ihren 150. Geburtstag. 1869 wurde sie als „Correspondenzkarte“ in Österreich eingeführt. Bereits vier Jahre zuvor hatte in Deutschland der spätere Generalpostdirektor Heinrich Stephan die Einführung eines offen versandten Postblatts in Kartenform vorgeschlagen. Wegen sittlicher Bedenken gegen den Versand offener Mitteilungen und aus Angst vor Umsatzeinbußen wurde sein Vorschlag damals abgelehnt. Nachdem die Postkarte 1870 auch in Deutschland amtlich zugelassen wurde, gewann sie rasch an Akzeptanz.

Beliebtes Kommunikationsmittel und Sammelobjekt

Die zunehmende Mobilität der Bevölkerung im Zuge der Industrialisierung verstärkte das Bedürfnis nach einfacher und schneller Kommunikation. Die Postkarte bot die Möglichkeit, kurze Mitteilungen knapp und formlos ohne zeitintensive Höflichkeitsfloskeln und gewählte Ausdrucksformen zu übermitteln. Der Versand war bald preiswerter als der eines Briefes und Postkarten wurden schneller befördert. Der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges im Jahr 1870 begünstigte die Popularität zusätzlich. Binnen weniger Monate wurden von deutschen Soldaten mehr als zehn Millionen kostenlos beförderte „Feldpostkarten“ von der Front in die Heimat geschickt.
Der rasante Aufschwung des neuen Mediums steht auch in engem Zusammenhang mit der Einführung der Bildpostkarte. Die Hersteller boten Motive für jede Gelegenheit und die Postkarte war bald nicht nur Kommunikationsmittel, sondern auch Sammelobjekt. Beliebte Motive waren unter anderem die neuen Verkehrsmittel: Eisenbahnen, elektrische Straßenbahnen, Luftschiffe, Flugzeuge, Passagierschiffe oder wie hier Automobile und Omnibusse.